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Interview mit Manu Geführt
wurde dieses Interview im Februar 2004 von Robert Herbig, Webmaster von www.sagmal.de.
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 Manuel Uhl,
geboren am 21.10.1974 in Wertingen (Bayern).
Ausbildung zum Energieelektroniker Fachrichtung Anlagentechnik, seit
1999 Objektleiter bei Firma Siemens, Hobbyphilosoph, Komponist und Produzent elektronischer Musik,
Programmierer des erfolgreichen Bildschirmschoners "Was ist Zeit - die
fallenden Uhren".
Manuel ist Betreiber der Seite www.wasistzeit.de. 
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sagmal.de:
Manuel, eine Frage für die Doofen: Was genau ist denn Zeit,
verständlich ausgedrückt?
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Manu:
Eine gute Frage, aber keineswegs für die Doofen!
Philosophen und Wissenschaftler aller Epochen haben sich
bereits mit diesem Thema auseinander gesetzt und sind noch
bis heute auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen. Für
Einstein war sie "das, was man an der Uhr
abliest". Meine Definition ist allerdings diese: Zeit
ist Veränderung. So einfach. Jede Materie unterliegt ständiger
Veränderung. Selbst wenn wir das nicht immer wahr nehmen.
Zeit vergeht also immer, doch nicht überall gleich. Denn
jede Veränderung schafft seine eigene Zeit. Das Bild einer
allgemein gültigen Zeit, das sich in den Köpfen der
meisten Leute eingenistet hat, ist wissenschaftlich
betrachtet nur eine Illusion.
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sagmal.de:
Was fasziniert dich an dem Thema?
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Manu:
Da gibt es eine ganze Reihe an Aspekten. Zeit ist ein Phänomen,
das wir alle kennen und doch kann keiner genau sagen, worum
es sich dabei handelt. Es fasziniert mich, zu beobachten,
wie sich alles verändert – uns e ingeschlossen. Ob arm, ob
reich – vor der Zeit sind wir alle gleich. Manchmal hat es
den Anschein als wäre Zeit eine Macht, die über uns
regiert. Auch wenn das natürlich Blödsinn ist, aber diese
Vorstellung gefällt mir. Wie oft würden wir sie am
liebsten zurückdrehen und etwas Geschehenes ungeschehen
machen. Zeit hat viele Gesichter und viele Bedeutungen - in
der Wissenschaft und im alltäglichen Leben. Liebend gerne
lege ich mich auf eine Wiese, ganz in Ruhe und ohne
Zeitdruck, höre den Vögeln zu und denke mir: Wie schön es
doch sein kann, wenn man einfach nur Zeit hat – Zeit zu
leben.
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sagmal.de:
Was macht Manuel, wenn er sich nicht gerade mit der Zeit
beschäftigt?
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Manu:
Eigentlich müsste ich 10 Leben gleichzeitig leben, um allen
Interessen nachzugehen. Eine Leidenschaft ist das
Programmieren von Computerspielen und Anwendungen. Dieses
Hobby reicht bei mir bis weit in die Zeit der 8-Bitter zurück.
Früher waren es hauptsächlich die MSX- und Amiga-Computer,
die mich geprägt haben. Ansonsten beschäftige ich mich mit
der Komposition und Produktion von elektronischer Musik und
sehe mir gerne Kino- und DVD-Filme an. Die meiste Zeit
verbringe ich allerdings zusammen mit meiner Freundin.
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sagmal.de:
Würdest du gerne in der Zeit zurückreisen?
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Manu:
Haha, das wäre die Erfüllung eines alten Kindheitstraumes
von mir. Es käme ganz darauf an, wie diese Zeitreise
stattfinden würde. Zeitreise ist nämlich nicht gleich
Zeitreise, da es so etwas wie die allgemein gültige Zeit ja
nicht gibt. Wir können niemals in die Vergangenheit zurückreisen,
die bereits stattgefunden hat. Denkbar wäre es aber, in
eine Art „neue Vergangenheit“ zu reisen, in der wir plötzlich
als zeitreisende Person existieren, was in der bereits
geschehenen Vergangenheit ja nicht der Fall war. Um es kurz
zu machen: Natürlich würde ich gerne eine neue,
„alternative Vergangenheit“ schaffen und den weiteren
Verlauf dieser „neuen Geschichte“ beobachten, denn
erstens bin ich zu neugierig und zweitens zu
abenteuerlustig, um es sein zu lassen.
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sagmal.de:
Wenn du könntest, wann würdest du leben wollen und wo?
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Manu:
Heute und jetzt an genau diesem Ort. Ich glaube das können
nur wenige von sich selbst behaupten, aber ich bin von
meinem Leben begeistert. Abends schlafe ich in einem
richtigen Bett, habe ein Dach über dem Kopf und jeden Tag
etwas Warmes zu Essen. Ich lebe in einem demokratischen
Staat, in ländlicher Gegend, umgeben von kleineren und größeren
Städten. Ein Ort, den ich mir auch ausgesucht hätte. Ich
habe das Glück, hier aufgewachsen zu sein, noch dazu in
einer Zeit des Wohlstands, geprägt von technischem
Fortschritt. Noch gibt es Wiesen und Wälder, noch
zwitschern die Vögel und noch können wir auf die Straße
gehen und richtige Luft atmen, ohne dass die Sonne unsere
Haut verbrennt.
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sagmal.de:
Wie wird es mit dem Web deiner Meinung nach weitergehen?
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Manu:
Das Web ist ein Spiegel unserer Gesellschaft. Seit Jahren
nutzen Firmen das Internet, das ursprünglich nur für
private Zwecke gedacht war. Immer weniger Seiten entstehen
ohne kommerzielle Interessen. Zudem bietet das Netz Firmen
eine billige Werbeplattform. Die Zukunft sieht so aus: Immer
mehr Internet-Dienstleistungen werden kostenpflichtig, das
Angebot wird aber weiter wachsen. Allgemein werden wir immer
häufiger auf Videos und 3D-Animationen im Web stoßen.
Langfristig konzentrieren sich die Medien auf einer einzigen
Plattform. Egal ob TV, Radio, Zeitung... das Netz bietet
einfach alles.
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sagmal.de:
Und was wird die Zukunft für deine Seite bringen?
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Manu:
Ein kleines bisschen Ruhm für mich, den Kontakt zu
interessanten Persönlichkeiten (wie bereits geschehen) und
eine Menge einzigartiger Diskussionen in meinem Forum. Mehr
erhoffe ich mir zur Zeit auch nicht von einem privaten
Homepage-Projekt.
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sagmal.de:
Gibt es eine Seite, außer deinen eigenen, die dir besonders
am Herzen liegt?
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Manu:
Zur Zeit eigentlich weniger. Ich glaube auch, dass die
meisten Seiten irgendwann an Reiz verlieren.
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sagmal.de:
Hast du bei meinen Fragen eine Frage vermisst?
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Manu:
Eigentlich habe ich auf die Frage gewartet, woher ich die
Zeit für das alles nehme. Ich weiß es selbst nicht.
Vorerst sehe ich mein Webprojekt als abgeschlossen. Natürlich
gibt es immer wieder mal kleinere Aktualisierungen, aber ich
brauche mich nicht täglich darum zu kümmern. E-Mails
beantworten, Forenbeiträge und Gästebucheinträge lesen,
das nimmt schon eine Menge Zeit in Anspruch.
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sagmal.de:
Noch einen Schlusssatz?
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Manu:
Wir haben alle unsere Zeitmaschinen. Unsere Erinnerungen
lassen uns in die Vergangenheit reisen und in die Zukunft
entführen uns die Träume. (Aus dem Film „The Time
Machine“ von Simon Wells)
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