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DAS WESEN DER ZEIT

 

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Wenn die Zeit entgleitet

Aus dem Buch "Das Rätsel von Raum und Zeit", erschienen im Weltbild Verlag

Jeder ist sich der Vergänglichkeit der Zeit bewußt; wir werden alt und sterben, man kann die "Uhr nicht mehr zurückdrehen". Manchmal aber verhält sich die Zeit sehr sonderbar und untypisch.

Vieles auf unserem Planeten halten wir schon für selbstverständlich. Umso größer ist der Schock, wenn uns etwas außergewöhnliches aus unserem gewohnten Zustand reißt. Am wenigsten stellen wir die Zeit in Frage. Wir akzeptieren sie von der Wiege bis zur Bahre als chronologischen Ablauf oder als Uhrzeit.
Von klein auf sind uns die Tage, Monate und Jahre vorgegeben. Man lehrt uns, die Zeit auf der Uhr "zu lesen". Wir lernen, auf dem Kalender die Monate zu erkennen und die Jahreszeiten zu bestimmen. Diese Zeiteinteilungen aber sind reine Zweckmäßigkeit, die der Mensch einführte, um zu wissen, wann er das Vieh füttern, säen und ernten muß. Uhr und Kalender sind Mechanismen, die unser Leben ordnen und Routine ins Chaos bringen sollen. Die Chronologie ist aber nicht nur eine Form der Zeit; der Kosmos selbst schafft zeitweise eine ganz andere Art von Mechanismus.
Vielleicht ist der Konflikt zwischen der kosmischen Zeit und der von Menschen geschaffenen Chronologie die Ursache für das außergewöhnliche Phänomen der Zeitgleiter, in dem zwei Zeitaspekte beziehungsweise Dimensionen zur gleichen Zeit auftreten und der Mensch plötzlich in der Gegenwart und in der Vergangenheit (oder Zukunft) lebt. Die Erfahrung ist für den Betroffenen höchst verwirrend, manchmal auch erschreckend und alarmierend.

Auf der Suche nach Stoff für ihr Buch The mask of time ("Die Maske der Zeit") stieß Joan Forman auf einige bemerkenswerte Fälle von Zeitgleitern in die Vergangenheit. Da war zum Beispiel ein Mann aus Norfolk, nennen wir ihn Mr. Squirrel, ein Hobby-Numismatiker. Wie jeder Münzensammler verwendete auch er kleine Plastikhüllen für seine Sammlung. Irgendwann 1973 beschloß er, ein Geschäft in Great Yarmouth aufzusuchen, das passende Taschen führen sollte. Er wußte zwar, wo das Geschäft lag, war aber noch nie dort gewesen. Das Kopfsteinpflaster vor dem Geschäft und die hell bemalte Fassade beeindruckten ihn, ebenso wie das Innere des Ladens. Es standen dort Fotorahmen mit Blumenmuster, eine altmodische Registrierkasse und ein Ständer voller Spazierstöcke. Bevor er sich genauer umsehen konnte, kam die Verkäuferin. Nach der Aussage Mr. Squirrels trug sie einen langen schwarzen Rock und eine Bluse mit "Röhrenärmeln". Die Haare hatte sie zu einem Knoten auf dem Kopf gebunden.
Da 1973 lange Kleider und Althergebrachtes durchaus Mode war, fiel dem Mann der Aufzug nicht sonderlich auf. Er bat um Plastikhüllen für seine Münzen, welche die Verkäuferin aus einer braunen Schachter hervorholte. Als sich der alte Mann wunderte, daß sie so viele davon hatte, meinte sie, vor allem die Seeleute würden sie für ihre Angelhaken kaufen. Etwas erstaunt bezahlte er. Die Verkäuferin nannte als Preis einen Schilling, was 1973 noch durchaus üblich war. Der Mann bezahlte mit dem adäquaten Wert von 5p. Die Verkäuferin sah die Münze verwundert an, legte sie dann aber doch in die Kasse. Etwas war dem Mann die ganze Zeit aufgefallen: In dem Geschäft war es totenstill, kein Verkehrslärm zu hören.
Eine Woche später ging er erneut zu dem Geschäft, um Hüllen zu kaufen. Er glaubte seinen Augen nicht zu trauen! Es war alles ganz anders als die Woche zuvor. Das Kopfsteinpflaster war verschwunden, der Laden innen und außen dunkel und verwittert, das Inventar ebenfalls verändert. Das seltsamste aber war, daß die Verkäferin, eine ältere Frau, nichts von einer jungen Kollegin wußte, welche die Woche zuvor hier bedient haben soll. Außerdem meinte sie, niemals solche Plastikhüllen geführt zu haben, was der Geschäftsführer auch bestätigte. Der einzige Beweis dafür, wirklich etwas gekauft zu haben, bestand aus einigen kleinen Plastikhüllen. Der altmodische Laden aber und die altmodisch gekleidete Verkäuferin blieben verschwunden, als hätte es sie nie gegeben.

Später untersuchten Hersteller die Hüllen. Sie schätzten ihre Herkunft aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Dies ist wohl ein außergewöhnlicher Fall von Zeitgleitern, einem Zusammenstoß von Vergangenheit und Gegenwart.



Anmerkung des Webmasters:

Der hier geschilderte Fall läßt eine ganze Reihe an Erklärungen zu: Möglicherweise hat sich Mr. Squirrel bei seinem zweiten Besuch im Laden in der Adresse geirrt. Noch wahrscheinlicher wäre, daß der Bericht entweder von Mr. Squirrel oder der Autorin frei erfunden wurde. Schließlich wird Mr. Squirrels richtiger Name nicht preisgegeben. Was mich etwas verwundert, ist die Aussage, daß ihm die Plastikhüllen bereits nach nur einer Woche wieder ausgingen. Warum kaufte er dann nicht bereits bei seinem ersten Ladenbesuch ausreichend Hüllen? Auch wußte ich nicht, daß Plastik bereits vor dem ersten Weltkrieg erfunden wurde.
Trotz all dem bleibt die Tatsache, daß es eine große Anzahl von Berichten über das Phänomen der Zeitgleiter gibt, während viele von ihnen so detailiert beschrieben sind, daß man sie nicht einfach ignorieren kann. Doch jeder sollte sich seine eigene Meinung dazu bilden. Ich habe noch weitere Berichte über das Phänomen der Zeitgleiter hier veröffentlicht.

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