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DAS WESEN DER ZEIT

 

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Die Vergangenheit kehrt zurück

Aus dem Buch "Das Rätsel von Raum und Zeit", erschienen im Weltbild Verlag

In der Vergangenheit fand sich plötzlich Mrs. Turrell Clarke, die damals in Wisleycum-Pyrford in Surrey wohnte, wo sie dieses Erlebnis auch hatte. Sie fuhr mit dem Fahrrad eine moderne Straße entlang auf dem Weg zum Abendgottesdienst in der Dorfkirche, als sich die Straße plötzlich zu einem Feldweg verwandelte, auf dem sie entlangspazierte. Ein Bauer in Kleidung aus dem 13. Jahrhundert kam ihr entgegen und trat dann zur Seite, um sie vorbeizulassen. Sie hatte das Gefühl, die Tracht einer Nonne zu tragen.
Einen Monat später saß Mrs. Clarke in der selben Gemindekirche (einer früheren kleinen Kapelle der Newark-Abtei, die wie durch ein Wunder bei der Zerstörung des Klosters unversehrt geblieben war). Der Chor sang einen Choral und plötzlich sah sie, wie sich die Kirche "verwandelte". Der Boden war aus Lehm, der Altar aus Stein, die Fenster haten einen Spitzbogen, und in der Mitte standen Mönche in braunen Kutten, die den selben Choral sangen. Gleichzeitig war Mrs. Turell-Clarke auch bewußt, daß sie zu einer kleinen Gruppe gehörte, die vom Eingangsportal alles beobachtete.
Sie ging der Sache nach und stellte fest, daß die Mönche der Newark-Abtei schwarze Kutten trugen. Sie konnte sie also nicht gesehen haben. 1293 aber hatte man den Mönchen der Westministerabtei die Benutzung der Kapelle gestattet, diese trugen in der Tat braune Kutten.

Ein anderes erstaunliches Erlebnis hatte Mrs. Lousia Hand. Als Kind besuchte sie oft ihre Großmutter, die im ersten Haus eines kleinen Dorfes wohnte. Louisa war damals acht Jahre alt und durchaus in der Lage, sich zurechtzufinden.
Sie spielte draußen und wollte dann ins Haus der Großmutter gehen, lief durch die offene Tür und fand sich plötzlich in einer völlig anderen Umgebung. Die Möbel waren verändert, älter, der Kücheneingang war verschwunden, alles schien dunkler und unnatürlich still.
Das Kind glaubte, den Eingang verwechselt zu haben und lief wieder hinaus. Es vergewisserte sich, daß es sich nicht geirrt hatte, ging wieder hinein und stieß erneut auf die seltsame Einrichtung. Verstört machte es kehrt. Als es nach wenigen Minuten wieder das Haus betrat, fand es alles so vor, wie sie es kannte. Ihre Tante arbeitete in der Küche. Alles war wie vorher.
Das Kind war zweifellos in die Vergangenheit des Hauses geglitten. Aber wie? Was für ein Mechanismus wird dabei ausgelöst? Es überschreitet eine Schwelle, begleitet von einer auffallenden Stille. Auch schien dem Kind der Raum viel dunkler, vielleicht, weil die Fenster viel kleiner waren. Es glitt von einem Moment zum anderen in die andere Zeit und wieder zurück, oder von einer Dimension in die andere?

Am 29. März 1973 besuchten Mrs. Anne May, eine Lehrerin aus Narwick, und ihr Mann die Clava-Gräber bei Inverness, eine Gruppe von drei Grabsteinen aus der Bronzezeit um 1800-1500 vor Christus. Es war ein klarer, heller Tag, und die Vögel zwitscherten. Mrs. May ging um die Grabsteine herum und wandte sich dann zu den Monolithen, die um die Steine standen. Schließlich lehnte sie sich gegen einen und schloß kurz ihre Augen, um für einen Moment - wie im Yoga - völlig abzuschalten. Als sie diese wieder öffnete, sah sie eine Gruppe von Männern in schäbigen Kitteln und über Kreuz gebundenen Hosen. Sie bewegten sich langsam vorwärts und zogen einen schweren Monolithen. Mrs. May fielen ihre langen schwarzen Haare auf. Die Vision verschwand, als plötzlich Touristen erschienen und Mrs. May ins 20. Jahrhundert zurückrissen.
Dies ist ein besonders deutliches Beispiel für einen Zeitgleiter. Die Person interessierte sich für die Umgebung, konzentrierte sich aber nicht sonderlich darauf; sie glitt in die Vergangenheit in dem Augenblick, in dem sie den Monolithen berührte und kehrte ebenso plötzlich wieder zurück.

Bei Materialbeschaffung für ihr Buch hatte Joan Forman ein ähnliches Erlebnis auf Haddon Holl in Derbyshire. Sie wollte dieses Haus schon lange einmal besuchen und ihre Ferien hier verbringen. Sie stand im Hof vor dem Haus und bewunderte die Architektur und die breiten Treppen, die zum Eingang führten. Ganz oben bemerkte sie plötzlich eine Gruppe von Kindern, ein kleines, zwei größere und ein etwa neunjähriges Mädchen, das mit dem Rücken zu ihr stand. Sie sah nur ihre schulterlangen blonden Haare, den weißen Hut und das lange graugrüne Seidenkleid mit Spitzenkragen. Die Kinder lachten ausgelassen, und die Autorin sah fasziniert zu. Sie wußte, daß das, was sie beobachtete, nicht wirklich und doch vorhanden war. Dann drehte sich das ältere Mädchen um. Sie hatte ein hübsches Kind erwartet, stattdessen blickte ihr ein recht häßliches, breites Gesicht mit großem Mund und Stubsnase entgegen. Joan ging einen Schritt vor, und die Szene verschwand. Zurück blieb das Bild von dem Mädchen. Die Autorin streifte durchs Haus auf der Suche nach einem Bild dieses Mädchens. Sie war sicher, daß sie zu Haddon House gehört haben muß. In der Ahnengalerie fand sich das Bild eines kleinen Mädchens mit graugrünem Seidenkleid, Spitzkragen und weißem Hut. Es stellte eindeutig das Mädchen vor dem Haus dar, der große Mund war unverkennbar. Der Hausherr sagte, es sei Lady Grace Manners. Auch hier löste derselbe Mechanismus die Vision aus. Mrs. Anne May lehnte gegen einen Stein, Joan Forman stand an einem bestimmten Punkt. Als sie sich bewegte, war das Bild verschwunden. Diese Visionen werden also von Gegenwärtigem ausgelöst.

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