·   Home   ·   Sitemap   ·   Gästebuch   ·   Zeitforum   ·   Kontakt   ·  

ZEIT UND KUNST

 

Bitte wählen:

Kausalitäten Zeit-Gedichte Zeit-Geschichten Die Sanduhr
Die Sanduhr (2) Die zerrinnende Zeit Die zerrinnende Zeit (2) A question of time
Für immer verlorene Zeit Zeitreise Eiertanz Bornemann's Gedichte
Klockbird Galaxees Zeit-Bild (1) Zeit-Bild (2)
 

 

Zeit-Gedichte

 

Zeit (1)

Ein Stückchen Zeit, hab´ ich vernommen,
sei einer Armbanduhr entkommen.
So 10 Minuten, schöne, pralle
wandeln nun in diesem Falle
mit weichem Schritt durch uns´re Welt
Begehrenswert, denn Zeit ist Geld.
Dies' Quentchen Zeit will gerne frei sein
individuell, das sagt schon Einstein.
Tikki, so soll sein Name heissen
So ausgestattet geht´s auf Reisen


Inzwischen sucht ein Banker dringend
mit lauter Sprache und Handy-ringend
seinem Broker zu erklären
er möcht´ sein Leben nicht erschweren.
Er war nur kurze Zeit verwirrt
hat im timing sich geirrt,
ein paar Sekunden nur zu spät die Order
"gebt mir noch Zeit!", das möcht´ er fordern
sein Geld ist futsch, könnt er´s nicht mindern
den Untergang gilt´s zu verhindern.

Doch Erbarmungslos ist die schlechte Nachricht
Schon seit 5 Minuten ist die Börse dicht.

Derweilen Tikki, mit der Freiheit unerfahren
versucht nun selbst, sich Zeit zu sparen
Unerfahren und noch Jung
wählt es eine Abkürzung
kommt so dem Banker in die Hände
der schon dacht´ er wär` am Ende.
Und jetzt hat Tikki ein Problem
es wird eingespeist ins Zeitsystem
dadurch entsteht, sofern es sich beeil´
für uns´ren Mann ein Zeitvorteil
und durch den geringen Zeitversatz
hat dann noch eine Buchung Platz.
Dadurch hat er Tikki zwar recht geschlaucht
hat von 10 Minuten aber nur 5 gebraucht.
So gerettet und voll Dankbarkeit
schenkt er Tikki nun den Rest der Zeit.

Das lässt es sich nicht zweimal sagen
und springt sofort ohne zu fragen
stark geschwächt und reduziert
dorthin zurück wo man keine Zeit verliert.

Tikki nimmt jetzt nun sein Leben leicht
und sieht gerne zu, wie die Zeit verstreicht.

(C) 1999 by Eberhard König

Zeit (2)

Vor langer Zeit ging ich die Straße entlang
Es war dunkel und die Zeit spielte mir einen Streich
Sie blieb einfach stehen
doch ich musste gehen - immer weiter
kam einfach nicht an mein Ziel - es war erschreckend
es wurde mir zu viel
was sollte ich dagegen machen
fieberhaft kreisten meine Gedanken
mein Gehirn schien zu bersten
Dann wurde mir klar, dass ich gefangen war
gefangen in meinem eigenen Wunsch
wie oft hab ich das gewollt
wie oft hab ich gerufen: Halt an
gib mir mehr Zeit, gib mir mehr Stufen
ich bin noch nicht so weit
Jetzt endlich ist mir klar
wie töricht dieser Wunsch doch war
man käme ja niemals an sein Ziel
wenn es die Zeit nicht gäb
Es wär ja nie zu spät...

(C) 2000 by Ela Beet

Zeit (3)

Zeit ist auch da, wenn keine Zeiger sich dreh'n.
Wenn wir nie an sie denken, wird sie trotzdem vergeh'n.

Und irgendwann merken wir, ist's auch zu spät,
dass mit dieser Zeit auch das Leben vergeht.
 
(C) 2001 by Manuel Uhl

Zeit (4)

Wie viele werfen ihren Blick zeitweilig auf die Zeit zurück,
die längst schon nur Vergangenheit,
und dann zur „guten alten Zeit“ erblüht in der Erinnerung,
die Zeit, in der man war noch jung.
 
Sehr viel Zeit verbringt sodann im Blick auf spätre Zeiten man.
Die Zeit, die man noch gar nicht kennt und deshalb „bessre Zukunft“ nennt.
 
Die schönre Zeit sehnt man herbei, weil sie noch unverbraucht und neu,
zwischen der guten alten Zeit und bessern Zukunft liegt das Heut,
das man sehr häufig ganz vergisst, obwohl es unser Leben ist.

 
(unbekannt)

 
 
 
 
 
Zeit (5)

Werd' ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! Du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde geh'n!
Dann mag die Totenglocke schallen,
Dann bist du deines Dienstes frei,
Die Uhr mag steh'n, der Zeiger fallen,
Es sei die Zeit für mich vorbei!

 
Auszug aus: "Faust" von J. W. von Goethe


 
 
 
 
Zeit (6)

Die Zeit, sie ist uns übergeben,
und drehn und wenden wir sie noch,
sie will nicht aufhörn uns hinweg zu streben.
 
Sie reißt uns hinfort,
ohne dass wir sie füllten,
hinweg zu einem anderen Ort.
 
Und wird das Verlangen
nun endlich zur Wahrheit,
so ist es vergangen.
 
(unbekannt)


 
 
 
 
Ich wünsche dir Zeit

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrig bleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben !
 
Elli Michler

Aus: Elli Michler, Dir zugedacht, Don Bosco Verlag, München
und: Elli Michler, Ich wünsche dir Zeit, Don Bosco Verlag, München
(Manu sagt vielen Dank an Barbara Michler)

 

 

Zum Seitenanfang